Kann eine Erkrankung der Schilddrüse Angst verursachen?

 

Eine Schilddrüse die in ihrer Funktion eingeschränkt oder gestört ist, kann zu einem chemischen Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn führen und dadurch Angstzustände und Panikattacken auslösen.

 

Schilddrüsenerkrankungen sind komplex und sehr individuell – das heißt, diese Erkrankungen sehen bei jedem Menschen sehr unterschiedlich aus. Aber trotz aller Variationen der Schilddrüsenfunktionsstörung sind Angststörungen bei Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen deutlich häufiger als in der Allgemeinbevölkerung.

Was ist die Schilddrüse?

 

Die Schilddrüse ist eine kleine, schmetterlingsförmige Drüse, die sich vorne am Hals befindet. Als sehr wichtiger Teil Ihres Hormonsystems steuert Ihre Schilddrüse Ihren Stoffwechsel mit zwei primären Schilddrüsenhormonen – T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin). Diese beiden Hormone ermöglichen es Ihnen, Proteine, Fette und Kohlenhydrate zu verstoffwechseln; sie regulieren Ihre Stimmung und Ihr Körpergewicht und halten Sie Ihre Körpertemperatur, Ihren Blutdruck und Ihre Herzfrequenz in einem geregelten Maß aufrecht.

 

Wie testet Ihr Arzt Sie auf eine Schilddrüsenerkrankung?

 

Mediziner untersuchen die Schilddrüsenfunktion mit einem Bluttest, bei dem der TSH-Wert ermittelt wird. Das TSH spiegelt den Zustand Ihrer Schilddrüse wider. Wenn diese Werte zu hoch oder zu niedrig sind, bedeutet dies, dass Ihre Schilddrüse nicht richtig funktioniert.

 

Hohe Zahlen im Test bedeuten tatsächlich, dass sich Ihre Schilddrüse in einer Unterfunktion befindet und umgekehrt sprechen niedrige Werte für eine Überfunktion.

 

Wenn Ihre Schilddrüsenhormone beispielsweise zu niedrig sind – ein Zustand, der als Hypothyreose bezeichnet wird – produziert die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) des Gehirns mehr Schilddrüsen-stimulierendes Hormon (TSH), um Ihre Schilddrüse zu veranlassen, mehr Schilddrüsenhormone zu produzieren.

 

Wenn Ihre Schilddrüsenwerte dagegen erhöht sind – ein Zustand, der als Hyperthyreose bezeichnet wird – produziert die Hypophyse weniger TSH, um die Produktion zu verringern – so dass Ihre Blutwerte niedrig sind.

Können Schilddrüsenprobleme Angst und Panikattacken verursachen?

 

Eine Schilddrüse, die in ihrer Funktion gestört ist, kann ein Ungleichgewicht der Nervenbotenstoffe auslösen, das wiederum zu Angst- und Panikattacken führen kann.

 

Angst kann sowohl bei einer Unter- als auch bei einer Überfunktion der Schilddrüse auftreten, tritt aber nach meiner persönlichen Erfahrung bei der Überfunktion der Schilddrüse häufiger auf.

 

Menschen mit einer Erkrankung der Schilddrüse neigen häufiger zu generalisierten Angststörungen und zu Panikattacken.

Mögliche Angstsymptome bei Schilddrüsenerkrankungen:

  • Herzklopfen, schneller Herzschlag
  • Schlafschwierigkeiten
  • Reizbarkeit
  • schlechte Konzentration
  • Schwitzen
  • Nervosität
  • Zittern/Zittern

 

Ursachen von Angst bei Schilddrüsenerkrankungen

 

Die Ursachen von Angstsymptomen bei Schilddrüsenerkrankungen hängen davon ab, ob eine Person an einer Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) oder an einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) leidet.

 

Eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) „beschleunigt“ im Wesentlichen den Stoffwechsel Ihres Körpers. Würde man Ihren Körper mit einem Drehzahlmesser vergleichen, wären Sie quasi die ganze Zeit im roten Bereich. Dadurch wird Ihr gesamtes sympathisches Nervensystem aktiver, was zu Angstgefühlen führen kann.

 

Im Gegensatz dazu führt eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) zu einem Ungleichgewicht von Nervenbotenstoffen (Neurotransmittern), wie Serotonin (Glückshormon). Obwohl dieses Ungleichgewicht oft zu depressiven Gefühlen führt, ist auch Angst ein häufiges Symptom.

Kann eine Schilddrüsenerkrankung andere psychische Erkrankungen auslösen?

 

Schilddrüsenfunktionsstörungen – sowohl Über- als auch Unterfunktion – können zu verschiedenen psychischen Symptomen führen, die von leichten Depressionen über Angstzustände bis hin zu schweren psychischen Störungen reichen.

 

Sollten Sie der Ansicht sein, dass eventuell Ihre Schilddrüse ein Mitauslöser oder sogar der Hauptauslöser Ihrer Angst sein kann, zögern Sie nicht, suchen Sie umgehend Ihren Arzt auf und bitten Sie um eine Untersuchung der entsprechenden Blutwerte.