Schulangst/Mobbing in der Schule

Für einige Kinder kann die Schule ein Ort der dauernden Anspannung und/oder Furcht sein. Hierbei ist nicht vom Einschulungstag, der mit vielem Neuen verbunden ist, die Rede. Dies ist ein ganz normaler Vorgang und die aufkommende Angst erledigt sich in den meisten Fällen von selbst.

 

Die klassische Schulangst bezeichnet verschiedene Ängste oder Befürchtungen des Kindes oder Jugendlichen in Bezug auf die Schule und die damit zusammenhängenden Vorgänge, wie zum Beispiel die tägliche Busfahrt oder der wöchentliche Sportunterricht.

 

Die häufigsten Gründe für Schulangst (kein Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Mobbing

  • Umzug in eine andere Stadt, der mit einem Schulwechsel verbunden ist

  • Längerdauernde Krankheit, die einen Schulbesuch verbietet

  • Verlust eines Angehörigen oder des Haustieres

  • Vermeintliche Bedrohung durch Nachwuchs in der Familie

  • Traumatische Erlebnisse, zum Beispiel Missbrauch/Gewalt

  • Krankheit eines Familienangehörigen

  • Trennung und/oder Scheidung der Eltern

  • Kann keine Freunde in der Schule finden

  • Mag den Wettbewerb innerhalb der Klasse nicht

  • Meint den Leistungsansprüchen der Eltern nicht zu entsprechen

Der Chronifizierung der Schulangst muss zügig begegnet werden, denn jedes Kind hat ein Recht auf ein sorgenfreies und unbekümmertes Leben.

 

Folgende Symptome können bei Schulängsten auftreten (kein Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Unerklärliche körperliche Symptome wie Kopf-und Bauchschmerzen

  • Ein Kind mit Schulangst kann nervös, unruhig und überempfindlich sein oder wirken

  • Die schulischen Leistungen können sich vermindern

  • Die Konzentration kann nachlassen

  • Soziale Aktivitäten werden vermieden oder deutlich reduziert – auch die Lust, Zeit mit Freunden zu verbringen wird weniger

  • Es können Tics, Nervosität oder zwanghaftes Verhalten (Nägelkauen oder Haare ziehen) entstehen

  • Es kann zu Suchtverhalten wie Drogen-und Alkoholmissbrauch kommen

  • Übermäßige Launenhaftigkeit oder Wutausbrüche können sich einstellen

  • Selbstverletzung (Schneiden, Ritzen, usw.)

  • Veränderungen des Schlafmusters, wie zum Beispiel Schlafstörungen können auftreten

  • Ihr Kind möchte nicht mehr zur Schule gehen und ist dabei außergewöhnlich kreativ im Erfinden von Ausreden

  • Sie empfinden Ihr Kind als ungewöhnlich selbstkritisch

  • Ihr Kind hat ein starkes Bedürfnis nach Bestätigung

  • Es kann zu Wutausbrüchen kommen, die Ihnen in keinster Weise verständlich erscheinen, weil Sie wissen, dass Ihr Kind eigentlich ganz anders ist

Angst kann dem Kind das Leben nehmen, welches es verdient. Nämlich ein Leben mit Freude, Lachen und Spaß. Unbehandelt kann die Schulangst dem betroffenen Kind die Kindheit stehlen. Nicht nur das, die Schulangst kann sich ausweiten und muss dann auch noch wie ein zusätzlicher Rucksack durch das ganze Erwachsenenleben geschleppt werden.

Es gibt nichts Schlimmeres, als sein eigenes Kind leiden zu sehen. Die empfundene Machtlosigkeit und Hilflosigkeit kann bei betroffenen Eltern bis zur Handlungsunfähigkeit führen.


Deswegen möchten wir Ihnen ein paar unverbindliche Tipps geben, wie Sie Ihr Kind unterstützen können.

 

1. Nehmen Sie die Probleme Ihres Kindes ernst. Die oft gesprochenen Worte: „Mach Dir keine Sorgen“, wird Ihrem Kind nicht helfen. Viel wichtiger ist es, die realen Ängste des Kindes anzuerkennen. Es ist seitens des Kindes Vertrauensbeweis genug, dass es sich Ihnen gegenüber äußert und über die Situation sprechen möchte.

 

2. Sortieren Sie die Sorgen. Fragen Sie Ihr Kind, welche drei Dinge ihm am meisten Sorgen machen, bzw., Ihr Kind am stärksten beschäftigen. Hierdurch helfen Sie Ihrem Kind die verwirrende Vielfalt von Ängsten und Gefühlen zu sortieren.

 

3. Bringen Sie Licht ins Dunkle. Fragen Sie ihr Kind, welche drei Dinge es am meisten begeistert. Die meisten Kinder sind in der Lage an etwas Gutes zu denken. Helfen Sie Ihrem Kind, die guten Dinge ans Licht zu bringen.

 

4. Das Kasperletheater. Natürlich sollen Sie nicht mit Ihrem Kind Kasperletheater spielen – jedenfalls nicht deshalb. Jedoch bieten sich konkrete Beispiele von angstauslösenden Momenten dafür an, sich in Rollenspielen auszutauschen. Besprechen Sie mögliche Szenarien, übernehmen Sie in einigen Fällen die Rolle Ihres Kindes und versuchen Sie sich in die Situation hinein zu fühlen.

 

5. Das offene Ohr. Lassen Sie Ihr Kind wissen, dass es immer zu Ihnen kommen kann und mit Ihnen über seine Probleme sprechen darf. Gehen Sie bitte nicht davon aus, dass Ihr Kind automatisch weiß, dass es immer zu Ihnen kommen kann. Sagen Sie Ihrem Kind, dass Sie immer Zeit haben. Je eher es sich Ihnen mit seinen Sorgen und Problemen anvertrauen kann, umso besser. Dabei ist es nicht nötig, immer eine Lösung für das Problem parat zu haben. Alleine schon das Gefühl des Kindes, dass es ernst genommen wird und jemand zuhört, bewirkt eine Menge.

 

6. Fließen lassen. Es ist schwer, dass eigene Kind weinen zu sehen. Weinen kann helfen schlechte Gefühle und Spannungen zu lösen. Nehmen Sie Ihr Kind in den Arm und unterstützen Sie diesen Prozess, indem Sie einfach präsent sind. Denn nach dem Weinen kann Ihr Kind besonders offen und empfänglich für einen Austausch oder eine Unterhaltung sein.

 

7. Der Rahmen. Bringen Sie Routine in das Leben Ihres Kindes. So können Sie zum Beispiel einmal oder zweimal pro Woche eine feste Zeit einplanen, in der Sie mit Ihrem Kind sprechen oder etwas Sinnvolles unternehmen. Auch das zu Bett gehen und das aufstehen sollte jeden Tag zur gleichen Zeit stattfinden. Hierdurch geben Sie Ihrem Kind einen sicheren Rahmen.

 

8. Keine Zeit. Obwohl das Argument des „Nicht Zeit Habens“, nicht gelten sollte, möchte ich Ihnen kurz ein paar Tipps geben, wann Sie mit Ihrem Kind sprechen können.

 

a. Nutzen Sie die Zeit, die Sie mit Ihrem Kind im Auto verbringen. Vielleicht schätzt Ihr Kind ja die Möglichkeit, Sie während des Gespräches nicht anschauen zu müssen.

 

b. Wenn Ihr Kind ein Frühaufsteher ist, können Sie die Zeit am Morgen für ein Gespräch nutzen. Eventuell ist Ihr Kind gerade zu dieser Uhrzeit besonders offen und mitteilungsbedürftig.

 

c. Natürlich geht es auch umgekehrt. Nachdem Sie Ihr Kind zu Bett gebracht haben, können Sie sich für ein gutes Gespräch Zeit nehmen. Eine Bettkante ist gar nicht mal so unbequem. Achten Sie darauf, dass die Unterhaltung entspannt endet. So ist der Schlaf Ihres Kindes gesichert.

 

d. Planen Sie einen schönen Nachmittag mit Ihrem Kind. Vielleicht gehen Sie gemeinsam eine Kleinigkeit essen oder machen einen Stadtbummel mit Stop an der Eisdiele. So ergeben sich vielfältige Möglichkeiten für ein Gespräch.

 

e. Ihr Kind liebt die Natur? Was hält Sie von einem gemeinsamen Spaziergang ab? Mit dem Hund rauszugehen, bietet ebenfalls eine gute Möglichkeit für ein Gespräch.

 

f. Überraschen Sie Ihr Kind während es seine Hausaufgaben macht, indem Sie ihm eine Pause und ein Getränk anbieten. Hierbei ergeben sich immer Möglichkeiten für ein gutes Gespräch.

 

g. Ihr Kind ist ein Fernseh-Freak. Wunderbar! Hierbei können Sie Ihr Kind nicht nur beobachten, sondern auch die regelmäßigen Werbeunterbrechungen für eine Unterhaltung nutzen.

 

h. Der beste Weg, um das Vertrauen Ihres Kindes zu gewinnen, ist der, einfach für Ihr Kind da zu sein. Lassen Sie Ihr Kind wissen, dass Ihnen die Gespräche wichtig sind. Dabei ist es unwesentlich, ob Sie sich über das Wetter oder über etwas anderes unterhalten.



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